x-root Software · Developer Onboarding · Erfahrungsdeck

Gelernte Do's and Don'ts

Nach der Experimentierphase zählt vor allem: Plan Mode, Spracheingabe, sauber gepflegter Kontext.

Erfahrung: Mehr Zeit im Plan Mode amortisiert sich gegenüber Nacharbeit nach schnellen Agentenläufen.

Plan Mode

Nutzen, wenn Annahmen und Scope vor dem ersten Build klar sein sollen — weniger Überraschungen im Diff.

Spracheingabe

Mehr Kontext im Prompt, wenn man laut strukturiert und vollständige Sätze formuliert.

Kontext

ADRs, Rules, Session-Learnings und Open Loops wie Code pflegen: versioniert, reviewbar, nachvollziehbar.

Einstieg

Was sich im Alltag verschoben hat

Kurz: Sichtbar im Editor, in Tickets, in Skripten und Review-Schleifen: Kontext, Rollen, Freigaben und Lieferrhythmus zusammen denken.

  • Erfahrung: Die Arbeitsweise mit Agenten verändert sich schneller, als man im Tagesgeschäft merkt — Motivation für dieses Deck.
  • Praktisch: Einheitliche Begriffe zu Agent, Context Layer und Harness spart Runden mit techniknahen PMs.
  • Kontext wie versionierter State: auffindbar, reviewbar, weniger Rework.
  • Rollen, Datenflüsse und Freigaben früh klären, bevor produktive Daten fließen.
  • Paralleles Arbeiten ohne festgehaltene Constraints und Schnittstellen zahlt typischerweise in Review und Nacharbeit.
  • Tooling und Muster sind noch in Bewegung — Hands-on formt die Defaults mit.
Do

Vibe Coding bewusst nutzen

Kurz: Vibe Coding als gezielte Lernphase: Tempo, Grenzen, typische Stolperstellen am eigenen Beispiel erkennen.

  • Selbst ausprobieren: wie schnell Prototypen gehen und wo die Qualität sinkt, wenn Leitplanken fehlen.
  • Bewährt: Sprachdialoge, UI-Experimente, Slides, Remote APIs, lokale Workspace-Tests.
  • Neuland zulassen; danach festhalten, welche Rules, Skills und Checks als Nächstes den meisten Nutzen bringen.
  • Nach der Experimentierphase: Plan Mode, Kontextpflege, Harness Engineering.
  • Aus dem Durchlauf eine kurze Checkliste: wo der Agent trifft, wo menschliche Kontrollpunkte nötig sind.
  • Session-Ende: kurzes Retro — was in den Open Loop, was in eine Rule.
Do

Plan Mode intensiv nutzen

Kurz: Plan Mode als Slot für Klärung: gezielte Fragen, sichtbare Annahmen, klarer Scope — bevor gebaut wird.

  • Risiken, Abhängigkeiten und Schnittstellen vor dem ersten Commit schriftlich fassen.
  • Annahmen offenlegen: Datenquellen, Rollen, Nichtziele, Akzeptanzkriterien.
  • Bei unklaren Themen bewusst stärkeres Modell wählen — Kosten kurz gegen Klärungsnutzen abwägen.
  • Plan vor dem Build kurz gegen Architektur, Testideen und Integrationspunkte prüfen.
  • Kleine Entscheidungen festhalten, wenn sie später ADR oder Open Loop werden könnten.
  • Nach intensivem Fast-Iterieren hier bewusst Zeit einplanen — stark reduzierte Rework-Phase in der Praxis.
Do

Fragen in Batches stellen lassen

Kurz: Zehn offene Fragen am Stück; Antworten per Spracheingabe. Kontext in Fließtext und Stichpunkten.

  • Block mit zehn offenen Fragen erzeugen; Antwort frei im Fließtext.
  • Volle Sätze und Stichpunkte liefern mehr Signal als kurze Klickoptionen.
  • Nach dem ersten Block nächsten Fragenkatalog auf Basis der Antworten nachziehen.
  • Mitformulieren: Hintergrund, Constraints, Ziele im Transkript verankern.
  • Bei Audio kurzes Gerüst: Ziel, Ist-Zustand, Risiko, nächster Schritt.
  • Was haften bleiben soll, in Session-Learnings oder Tickets übernehmen.
Do

Mit Spracheingabe arbeiten

Kurz: Lautes Strukturieren und Planen packt mehr Kontextfäden und Details in den Prompt.

  • Spracheingabe vor Plan Mode, größeren Architekturfragen und Reviews.
  • Argumentationsketten nacheinander durchsprechen; Transkript als Rohmaterial an den Agenten.
  • Lange Kontexte mit Ziel, Audience und bereits getroffenen Entscheidungen einleiten.
  • Transkripte kurz bereinigen; als Quelle für Skills, ADRs oder Open Loops nutzen.
  • Headset oder ruhiger Raum — stabilere Erkennung für Fachbegriffe.
  • Pausen einplanen: müde Sprache erzeugt oft Lücken im Kontext.
Do

Kontext aufbauen

Kurz: Kontext versionieren und Nutzung durch Agenten beobachten — ADRs, Rules, Session-Learnings und Open Loops als tragende Schicht.

  • ADRs, Rules und Session-Learnings im Rhythmus des beschriebenen Codes pflegen.
  • Stubs erlaubt: kurzer Platzhalter mit Owner und Reifegrad.
  • Hypothesen, Quellen und Retrieval-Treffer mitlesen; Fundstelle gegen Aufgabe prüfen.
  • RAG pragmatisch pro Datentopf: BM25, Vektoren, Graph — je nach Fragestellung kombiniert.
  • Chunking, Metadaten, kleine Evals pro Quelle pflegbar halten; Retrieval-Qualität direkt im Chat spürbar.
  • Alle paar Wochen Mini-Audit: häufen sich Issues dort, wo Kontext fehlt?
Do

Architektur als Vorgehen denken

Kurz: Architektur als Vorgehen: Lieferfähigkeit und Schnittstellen zuerst klären; Details in späteren Zyklen vertiefen.

Frühe Nutzbarkeit

Kleine End-to-End-Slices liefern früh Feedback und halten große Umbauten überschaubar.

Spätere Detaillierung

Schnittstellen stabil halten; Innenleben verfeinern, wenn echte Daten da sind.

Abwägungen

Breite Vorarbeit gegen Time-to-Value abwägen; Annahmen dokumentieren, damit Drift sichtbar bleibt.

  • Constraints und Integrationspunkte dokumentieren, bevor tiefe Modulgrafen wachsen.
  • Architektur iterativ pflegen — Revisionen sind normal.
  • Erste Skizze bewusst knapp halten; Qualität über Zyklen steigern.
Do

Harness Engineering praktizieren

Kurz: Wiederkehrendes in Module, Regeln und kleine Automatismen packen — Symlinks halten Skills, Rules und Projektwissen über Repos konsistent.

Module & Symlinks

Harness-Module per Symlink einbinden — gleiche Skills und Rules über Repos.

Open Loops

Spätere Arbeit als kurze, sichtbare Backlog-Einträge festhalten.

Commits & Doku

Commit-Automatismen mit klaren Messages; strukturierte HTML-Doku reduziert Rückfragen.

  • Lokale Rules und geteilte Harness-Bausteine klar trennen.
  • In HTML Diagramme als SVG abbilden; Lesbarkeit und Branding konsistent halten.
  • Integration in integration.md plus kleine Verifikations-Checklisten festhalten.
  • Skills gezielt laden, wenn sie Lesart oder Prüfungen zuverlässig abdecken.
Don't

Dich an vergänglichen Details festbeißen

Kurz: Kritischen Pfad priorisieren, Skills kuratieren, fremde Skills wie kleine Abhängigkeiten prüfen — Feinschliff in feste Zeitfenster legen.

  • Themen markieren, die das Modell bald stabil löst; prüfen, ob sie auf dem kritischen Pfad liegen müssen.
  • Weniger Skills im Repo: klarere Ladepfade, weniger Rauschen im Kontext.
  • Fremde Skills mit Quelle, Updatepfad und minimal nötigen Rechten tracken.
  • Markdown und Rules vom Agenten pflegen lassen; Review wie bei Code.
  • Lokale Modelle kurz messen (Latenz, Qualität); Erwartungen an die Baseline anbinden.
  • Feinschliff in feste Slots packen — Endlosschleifen in der Verfeinerung vermeiden.
Don't

Agenten blind vertrauen

Kurz: Grenzen setzen: deterministische Checks, Rollen, Datenpolitik — menschliche Kontrollpunkte unabhängig von Modellvorschlägen.

  • Repo-Zugriffe eng führen: least privilege für Dateien und Netzwerk.
  • Jira-Schreibzugriff nur in klar abgegrenzten Agenten-Setups mit dokumentierten Eskalationspfaden.
  • Rollen, Rechte und Sentinels als feste Review-Punkte; Freigaben dort, wo Schaden entstehen kann.
  • Privacy und Retention der eingesetzten Tools kennen: Datenflüsse dokumentieren, Aufbewahrung festlegen, Enterprise-Optionen prüfen.
  • Zero-Retention und BYOK vor produktiven Daten gegen interne Vorgaben abgleichen — erlaubte Nutzung schriftlich klären.
  • Statische Analyse, Datei- und Netzwerkgrenzen sowie Monitoring außerhalb der Agentenreichweite halten.
Ausblick

To be extended

Kurz: Modellwahl, Orchestrierung, Observability, Security & Governance als wiederkehrende Praxis schärfen und weiterentwickeln.

  • Modelle nach Aufgabenklasse wählen: Kosten, Latenz, Qualität — Entscheidung kurz dokumentieren.
  • Workflow-Engines wie n8n oder Temporal prüfen, wenn Retry, Audit und Human-in-the-loop sauber modellierbar sein sollen.
  • Logs, Metriken und Alerts mit Betrieb abstimmen — Incidents über Umgebungen hinweg nachvollziehbar halten.
  • Sprint-Takt und Teamkonventionen an Agenten-Tempo anpassen; funktionierende Muster dokumentieren.
  • Vision, Strategie, Tech, Marketing und Legal im Context Layer abbilden — Constraints und Ziele im Prompt sichtbar halten.
  • Nächste Session: eigene Do's und Don'ts aus dem Alltag ergänzen.